Nettomietrendite nach Steuern: Echte Rendite

Nettomietrendite nach Steuern: Echte Rendite

29. Apr. 2026 · 1 Min Lesezeit · Steuern

Warum die Vorsteuerrendite nicht ausreicht

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Eine Nettomietrendite von 4 % klingt gut. Doch nach Steuern bleiben – je nach persönlichem Steuersatz – nur 2,3–2,7 % übrig. Erst die Nachsteuerrendite macht Immobilien mit anderen Anlageformen vergleichbar. Wie wir in unserem Ratgeber Mietrendite berechnen zeigen, ist die Nettomietrendite selbst schon ein wichtiger Schritt – aber die Steuerbetrachtung geht noch einen weiter.

Die Formel für die Nachsteuerrendite

Praxis-Tipps
  • Kaufpreisfaktor prüfen: Der Kaufpreisfaktor (Kaufpreis ÷ Jahresmiete) zeigt die "Amortisationszeit". Werte über 25 gelten in vielen Regionen als teuer – unter 20 als günstig.
  • Immer mit Nettomietrendite arbeiten: Bruttomietrendite minus Verwaltung (0,8 %), Instandhaltung (1,0–1,5 %) und Leerstand (ca. 4 %) ergibt die Nettomietrendite – die entscheidende Zahl.
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Nachsteuerrendite = Nettomieteinnahmen − Steuerlast + Steuererstattung durch AfA & Zinsen
geteilt durch Gesamtinvestition × 100

Rechenbeispiel Schritt für Schritt

PositionBetrag
Kaufpreis + Nebenkosten330.000 €
Jahresnettomiete12.600 €
Laufende Kosten–2.400 €
Kreditzinsen (Darlehen 260.000 €, 3,8 %)–9.880 €
AfA (2 % auf 247.500 € Gebäudewert)–4.950 €
Steuerlicher Verlust V+V–4.630 €
Steuererstattung (42 %)+1.945 €
Effektiver Cashflow nach Steuern+3.265 €
Eigenkapital (70.000 €)
Eigenkapitalrendite nach Steuern4,7 %

Das Beispiel zeigt: Obwohl die Mietrendite auf den Gesamtkaufpreis (~3,8 % netto) mäßig erscheint, ergibt die Eigenkapitalrendite 4,7 % – dank Fremdkapitalhebel und Steuererstattung durch AfA.

Einfluss des Steuersatzes auf die Rendite

GrenzsteuersatzSteuererstattung aus Verlust V+VEffektive EK-Rendite
25 %+1.158 €3,2 %
35 %+1.620 €4,0 %
42 %+1.945 €4,7 %
45 %+2.084 €5,0 %

Immobilien sind steuerlich umso attraktiver, je höher der persönliche Steuersatz ist.

Nettomietrendite nach Steuern: Vollständige Berechnung

Die Nachsteuerrendite ist das, was tatsächlich übrig bleibt. Drei Stufen der Berechnung:

StufeRechnungBeispiel (350.000 €, 1.100 €/Monat, Steuersatz 40 %)
1. BruttorenditeJahreskaltmiete ÷ Kaufpreis13.200 ÷ 350.000 = 3,77 %
2. NettorenditeBruttorendite − Kosten (ca. 1 %)3,77 % − 1,0 % = 2,77 %
3. NachsteuerrenditeNettorendite × (1 − Steuersatz)2,77 % × 0,60 = 1,66 %

Was die Steuer konkret kostet

Bei 40 % persönlichem Steuersatz halbiert sich die Rendite fast. Einziges Gegengewicht: AfA-Abschreibung (2 % des Gebäudewerts p.a.) und Zinsen sind als Werbungskosten absetzbar und reduzieren die Steuerlast.

Realistisch: Bei 3,8 % Zins und 4 % Bruttorendite ist die Nachsteuerrendite in der Anfangsphase oft negativ — das ist nur vertretbar wenn Wertsteigerung die Gesamtrechnung rettet.

Von Bruttorendite zur Nachsteuerrendite: Schritt-für-Schritt

Rendite-EbeneFormelBeispiel (300.000 €, 900 €/Monat)
BruttorenditeJahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 10010.800 ÷ 300.000 × 100 = 3,6 %
NettorenditeJahresreinertrag ÷ Gesamtinvestition × 100ca. 2,4–2,8 % (nach Kosten)
NachsteuerrenditeNettorendite – Steuereffekt + AfA-Vorteil1,8–2,5 % (Steuersatz 42 %)

Steuerliche Abzüge bei vermieteten Immobilien

PositionSteuerlich absetzbar?Höhe
Abschreibung (AfA)Ja2 % p.a. des Gebäudewerts (Neubau: 3 %) über 50 Jahre
Zinsen aus FinanzierungJa (Werbungskosten)100 % der Darlehenszinsen
InstandhaltungskostenJa (Werbungskosten)Üblicherweise 1–2 €/m²/Monat kalkulieren
VerwaltungskostenJaca. 20–40 €/Monat bei Hausverwaltung
Versicherungen (Gebäude)JaVollständig absetzbar
GrundsteuerJa (vom Vermieter getragen)Vollständig absetzbar

Wichtig: Mieteinnahmen sind steuerpflichtig als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG). Der persönliche Grenzsteuersatz bestimmt die Steuerbelastung. Weitere Details: BMF: Vermietung und Verpachtung.

Tags:
Nachsteuerrendite Eigenkapitalrendite AfA Steuern
ImmobilienRechner24 Redaktion
ImmobilienRechner24 Redaktion Geprüft
Veröffentlicht: 29. Apr. 2026

Dieser Artikel wurde von der ImmobilienRechner24-Redaktion verfasst und auf fachliche Richtigkeit geprüft. Alle Rechner und Formeln basieren auf aktuellen gesetzlichen Grundlagen (Stand 2026).

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