Mietspiegel: So nutzen Sie die Vergleichsmiete

Mietspiegel: So nutzen Sie die Vergleichsmiete

28. Okt. 2026 · 2 Min Lesezeit · Vermieten

Was ist der Mietspiegel?

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Der Mietspiegel ist eine Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten in einer Gemeinde. Er zeigt, welche Miete für vergleichbare Wohnungen (Lage, Größe, Ausstattung, Baualter) marktüblich ist. Für Mieterhöhungen ist der Mietspiegel das zentrale Rechtsinstrument in Deutschland.

Qualifizierter vs. einfacher Mietspiegel

Praxis-Tipps
  • Schriftlicher Mietvertrag schützt beide Seiten: Verwenden Sie immer einen aktuellen Mietvertragsvordruck (z. B. des Deutschen Mieterbunds oder Haus & Grund) – mündliche Vereinbarungen sind schwer durchsetzbar.
  • Kaltmiete korrekt ansetzen: Orientieren Sie sich am lokalen Mietspiegel. Liegt Ihre Miete mehr als 20 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete, riskieren Sie rechtliche Konsequenzen nach dem Mietrecht.
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MerkmalQualifizierter MietspiegelEinfacher Mietspiegel
ErstellungAnerkannte wissenschaftliche MethodikFormlos
BindungswirkungGesetzliche VermutungswirkungIndiz, aber nicht bindend
Pflicht zur ErstellungGemeinden ab 50.000 EW (seit 2022)Freiwillig
RechtssicherheitSehr hochNiedrig

So lesen Sie den Mietspiegel

  1. Wohnlage bestimmen: einfach, mittel, gut, sehr gut
  2. Wohnungsgröße-Klasse: z. B. 60–80 m²
  3. Baualter der Wohnung: z. B. 1970–1990
  4. Ausstattung: Normal, gehobene Ausstattung
  5. Im Tabellenfeld den Mittelwert ablesen (€/m²/Monat)
  6. Mit Spanne: Innerhalb des Mittelwerts ±10 % liegt die ortsübliche Miete

Mieterhöhung: Spielraum und Grenzen

Vermieter dürfen die Miete auf die ortsübliche Vergleichsmiete erhöhen – aber nur bis zur Kappungsgrenze:

  • Max. 20 % in 3 Jahren (Grundregel)
  • Max. 15 % in 3 Jahren in angespannten Märkten (Mietpreisbremsengebiete)
  • Ankündigungsfrist: 3 Monate
  • Zustimmungsfrist Mieter: 2 Monate nach Zugang
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Mehr zum Mietvertrag und rechtssicheren Klauseln: Mietvertrag aufsetzen. Zu Vermieter- und Mieterrechten: Vermieter- und Mieterrechte.

Mietspiegel 2025: Was er ist, was er kostet und wann er gilt

Der Mietspiegel ist kein Preisdeckel — er ist ein Referenzrahmen. Aber er ist der Schlüssel zu allem: Mieterhöhungen, Mietpreisbremse, Eigenbedarfskündigung. Wer ihn nicht kennt, verliert Geld — als Vermieter und als Mieter.

StadtØ Kaltmiete/m² Bestand (Mietspiegel 2024/25)Mietspiegel vorhandenTyp
München19,50–22,80 €Ja, 2023Qualifizierter Mietspiegel
Frankfurt14,10–17,90 €Ja, 2024Qualifizierter Mietspiegel
Hamburg13,50–16,20 €Ja, 2023Qualifizierter Mietspiegel
Berlin10,80–14,50 €Ja, 2023 (neu)Qualifizierter Mietspiegel
Köln13,20–16,80 €Ja, 2024Qualifizierter Mietspiegel
Dortmund9,20–12,50 €Ja, 2023Einfacher Mietspiegel
Leipzig8,50–11,80 €Ja, 2024Qualifizierter Mietspiegel

Wann der Vermieter den Mietspiegel braucht

  • Mieterhöhung: Bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete möglich, Begründungspflicht
  • Mietpreisbremse: Neue Vermietung max. 10 % über Mietspiegel (in Gebieten mit MiPB)
  • Gericht: Bei Räumungsklagen, Mietminderungsstreitigkeiten

Mietspiegel richtig lesen: Wie die ortsübliche Vergleichsmiete berechnet wird

MietspiegeltypRechtsstatusWer erstellt ihn?
Qualifizierter MietspiegelBindend als BeweisStadt/Gemeinde mit Vermieter + Mieterverein
Einfacher MietspiegelIndiz, widerlegbarNur von einer Seite oder Stadt allein
Kein MietspiegelGutachten nötigKleine Gemeinden < 50.000 Einw.

So lesen Sie einen Mietspiegel

Mietspiegel-Tabellen zeigen Spannen (z. B. 10,50–13,80 €/m²) nach: Baujahr, Wohnfläche, Lage (einfach/mittel/gut), Ausstattung. Merkmalsmatrix: Merkmale die die Miete erhöhen (gute Küche, Balkon, Fahrstuhl) oder senken (kein Bad-Fenster, Erdgeschoss, Straßenlärm) werden je nach Mietspiegel mit Zuschlägen/Abschlägen berücksichtigt.

Praxis: Mietspiegel-Spanneneinordnung bestimmt den Mittelwert. Dann Zu-/Abschläge. Ergebnis = ortsübliche Vergleichsmiete. Erhöhung auf diesen Wert + 10 % (Mietpreisbremse) ist der gesetzliche Rahmen.

Mietspiegel – Arten und rechtliche Bedeutung

TypAnforderungenRechtswirkungExistiert in
Qualifizierter MietspiegelWissenschaftliche Erhebung, alle 2 J. aktualisiertStarke Vermutungswirkung vor GerichtBerlin, München, Hamburg
Einfacher MietspiegelVon Gemeinde oder InteressenverbändenIndiz, aber keine VermutungswirkungViele mittlere Städte
Keine MietspiegelVergleichswohnungen oder Gutachten nötigKleinere Gemeinden

Wie wird die ortsübliche Vergleichsmiete ermittelt?

  1. Mietspiegel lesen: Tabelle nach Wohnungsgröße, Baujahr, Lage und Ausstattung aufsuchen. Die Spanne zeigt Unter- und Obergrenze für die Wohnung.
  2. Zuschläge und Abzüge: Moderner Zustand, Balkon, Aufzug, Fußbodenheizung → Zuschlag. Fehlende Ausstattung → Abzug.
  3. Mietpreisbremse: Zulässige Neuvermietungsmiete = Vergleichsmiete + max. 10 % (§ 556d BGB).
  4. Mieterhöhung: Vermieter dürfen binnen 3 Jahren maximal 20 % erhöhen (Kappungsgrenze) und nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete gehen (§ 558 BGB).

Mietspiegel zum Download für Ihre Stadt: Bundesjustizamt-Übersicht verweist auf kommunale Quellen. Berlin, München und Hamburg veröffentlichen ihre Mietspiegel kostenlos online.

Tags:
Mietspiegel Vergleichsmiete Mieterhöhung Mietrecht
ImmobilienRechner24 Redaktion
ImmobilienRechner24 Redaktion Geprüft
Veröffentlicht: 28. Okt. 2026

Dieser Artikel wurde von der ImmobilienRechner24-Redaktion verfasst und auf fachliche Richtigkeit geprüft. Alle Rechner und Formeln basieren auf aktuellen gesetzlichen Grundlagen (Stand 2026).

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