Energieausweis beim Hauskauf: Was bedeuten die Klassen?
Seit 2009 ist der Energieausweis bei jedem Immobilienverkauf Pflicht. Er gibt Auskunft über den Energiebedarf oder -verbrauch der Immobilie und ist damit ein wichtiges Instrument für Käufer.
Die Energieklassen erklärt
| Klasse | Kennwert (kWh/m²a) | Einschätzung | Typisches Baujahr |
|---|---|---|---|
| A+ | < 30 | Sehr gut (Passivhaus) | ab 2016 |
| A | 30–50 | Ausgezeichnet | ab 2010 |
| B | 50–75 | Gut | ab 2000 |
| C | 75–100 | Befriedigend | 1995–2000 |
| D | 100–130 | Durchschnittlich | 1985–1995 |
| E | 130–160 | Mäßig | 1975–1985 |
| F | 160–200 | Schlecht | 1965–1975 |
| G | 200–250 | Sehr schlecht | vor 1965 |
| H | > 250 | Katastrophal | vor 1950 |
Was kostet ein schlechter Energieausweis?
Eine Wohnung mit 100 m² in Energieklasse H (250 kWh/m²a) verbraucht ca. 25.000 kWh Heizenergie pro Jahr. Bei einem Gaspreis von 0,09 €/kWh macht das 2.250 €/Jahr – oder 187 €/Monat nur für Heizung. Klasse A (50 kWh/m²a) = 450 €/Jahr = 38 €/Monat.
Tipp: Fordern Sie sowohl den Verbrauchs- als auch den Bedarfsausweis an, wenn beide vorliegen. Der Bedarfsausweis ist objektiver und berücksichtigt nicht das individuelle Heizverhalten der Vormieter.
Sanierungspflicht: Was das GEG vorschreibt
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor: Wer ein Gebäude kauft, das älter als Baujahr 2002 ist, muss innerhalb von 2 Jahren die Heizungsanlage modernisieren, wenn sie älter als 30 Jahre ist. Außerdem: nicht gedämmte Dachoberseiten und zugängliche Rohrleitungen müssen gedämmt werden.
Checkliste Energieausweis
- ✓ Energieausweis vor Besichtigung anfordern (Pflicht des Verkäufers)
- ✓ Energieklasse mit Heizkosten-Kalkulation verknüpfen
- ✓ GEG-Sanierungspflichten prüfen
- ✓ KfW-Förderung für energetische Sanierung prüfen
- ✓ Sanierungskosten in Kaufpreisverhandlung einbeziehen
Mehr: Neubau oder Bestandsimmobilie und Fehler beim Hauskauf.