Grundsteuer-Reform 2025: So wird berechnet

Grundsteuer-Reform 2025: So wird berechnet

12. Aug. 2026 · 2 Min Lesezeit · Steuern

Warum wurde die Grundsteuer reformiert?

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Das Bundesverfassungsgericht erklärte 2018 die bisherige Einheitswert-Berechnung aus den Jahren 1964 (West) und 1935 (Ost) für verfassungswidrig. Die völlig veralteten Werte führten zu massiver Ungleichbehandlung. Bis Ende 2024 mussten alle Bundesländer neue Berechnungsgrundlagen einführen.

Das neue Bundesmodell (gilt in 11 Bundesländern)

Praxis-Tipps
  • Werbungskosten vollständig absetzen: Zinsen, Verwaltungskosten, Reparaturen, Fahrtkosten zur Immobilie und anteilige Steuerberatungskosten sind als Werbungskosten absetzbar.
  • Steuerliche Verluste nutzen: Anfangsverluste durch hohe Finanzierungskosten können mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden – wichtig für die Steuerplanung in den ersten Jahren.
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In den meisten Bundesländern gilt das Bundesmodell, das auf dem Bodenrichtwert und dem statistischen Ertragswert (Miete) basiert:

FaktorWert / Quelle
BodenrichtwertÖrtliches Gutachterausschuss-Verzeichnis
GrundstücksgrößeAus Grundbuch/Katasteramt
Nettokaltmiete (statistisch)Anlage 39-41 BewG (nach Lage und Baujahr)
Bewirtschaftungskosten30 % Pauschalabzug
Kapitalisierungsfaktor25-fach (einheitlich)
Grundsteuermesszahl0,34 ‰ (Wohngebäude)
HebesatzIndividuell je Gemeinde (oft 400–600 %)

Länder mit abweichendem Modell

BundeslandModellBesonderheit
BayernFlächenmodellNur Fläche, kein Wert
Baden-WürttembergBodenwertmodellNur Bodenrichtwert × Fläche
HamburgWohnlagenmodellLagetyp statt exakter Miete
HessenFlächen-Faktor-ModellFläche + Lage-Korrekturfaktor
NiedersachsenFlächen-Lage-ModellWie Hessen
SaarlandFlächen-Faktor-Modell
SachsenModifiziertes BundesmodellNiedrigere Messzahlen

Was ändert sich für Sie konkret?

Aufkommensneutralität war das erklärte Ziel: Bundesweit sollte die Gesamtgrundsteuer gleich bleiben. In der Praxis gibt es aber erhebliche Verschiebungen:

  • Gewinner: Eigentümer in strukturschwachen Regionen mit sinkenden Bodenrichtwerten
  • Verlierer: Eigentümer in stark gestiegenen Lagen (München, Frankfurt, Berlin)
  • Umlagepflicht: Vermieter dürfen die Grundsteuer weiterhin auf Mieter umlegen

Grundsteuer anfechten: Wann lohnt sich ein Einspruch?

  • Falscher Bodenrichtwert zugeordnet (prüfen auf BORIS-Portalen)
  • Falsche Wohnfläche oder Grundstücksgröße
  • Falsche Gebäudeart (z. B. als Büro statt Wohngebäude eingestuft)
  • Einspruchsfrist: 1 Monat nach Bescheidzustellung
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Grundsteuer Neuberechnung 2025: So rechnen Sie Ihren Bescheid nach — und wann Einspruch lohnt

Seit Januar 2025 zahlen alle Immobilieneigentümer die neue Grundsteuer. In manchen Bundesländern stiegen die Bescheide um 40–80 %, in anderen sanken sie. Das Verfassungsgericht erzwang die Reform — die Umsetzung ist bundeslandspezifisch chaotisch.

Die Formel je nach Bundesland-Modell

Bundesmodell (11 Bundesländer): Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz

Flächenmodell (Bayern, Baden-Württemberg): Fläche × Äquivalenzzahl × Hebesatz (keine Wertkomponente)

Spezialmodelle: Hamburg (Wohnlage), Niedersachsen (modifiziert), Hessen (modifiziert)

SchrittWas es istWo es stehtWer es festsetzt
GrundsteuerwertErmittelter Wert des GrundstücksGrundsteuerwert-Bescheid des FAFinanzamt
SteuermesszahlPromille-SatzGesetzlich fix (0,031 % Wohngebäude)Bundesgesetz
SteuermessbetragWert × MesszahlGrundsteuermessbescheid des FAFinanzamt
HebesatzGemeinde-MultiplikatorHebesatz-Satzung der GemeindeGemeinde/Stadt
JahresgrundsteuerMessbetrag × HebesatzGrundsteuerbescheid der GemeindeGemeinde/Stadt

Typische Fehler in Grundsteuerwert-Bescheiden

  • Falsche Wohnfläche: FA übernimmt alte Katasterdaten — tatsächliche Fläche kleiner
  • Falsches Baujahr: Stichtag-Unterschied kann Wert um 5–15 % verschieben
  • Falsche Nutzungsart: Teilvermietetes EFH falsch eingestuft
  • Bodenwert: Bodenrichtwert-Übernahme aus falscher Bodenrichtwert-Zone
Praxis-Tipp

Einspruch gegen den Grundsteuerwert-Bescheid ist binnen 1 Monat nach Bekanntgabe möglich. Einfach Fehler benennen und Einspruch schriftlich einlegen — kein Gutachten nötig. Das FA muss dann beweisen dass der Bescheid korrekt ist.

Grundsteuer nach Reform: Bundesmodell vs. Ländermodelle

BundeslandModellBasisAbweichung vom Bundesmodell
BayernFlächenmodellFläche × NutzungsartKein Bodenwert berücksichtigt
Baden-WürttembergBodenwertmodell (modifiziert)Nur Bodenwert × FlächeGebäudewert irrelevant
HessenFlächen-Faktor-VerfahrenFläche × Faktor je LageVereinfacht gegenüber Bundesmodell
NiedersachsenFlächen-Lage-ModellFläche + LagewertEigener Lagewert-Ansatz
Alle übrigenBundesmodellGrundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz

Wie wirkt sich die Reform auf die Steuerhöhe aus?

Das Ziel der Reform war aufkommensneutral – in der Praxis gibt es jedoch erhebliche Verschiebungen:

  • Gewinner: Eigentümer in strukturschwachen Regionen mit niedrigen Bodenrichtwerten und großen Grundstücken (oft geringere Grundsteuer).
  • Verlierer: Eigentümer in Ballungsräumen mit stark gestiegenen Bodenrichtwerten (München, Berlin, Frankfurt) – teils +50 bis +200 % höhere Messzahl.
  • Hebesatz-Anpassung: Kommunen müssen Hebesätze senken um aufkommensneutral zu bleiben. Viele haben dies (noch) nicht vollständig getan.

Ihren aktuellen Grundsteuerbescheid können Sie bei Ihrer Gemeinde/Stadt anfechten falls die Berechnung fehlerhaft ist (Einspruch binnen 1 Monat). Details beim Bundesfinanzministerium.

Tags:
Grundsteuer Grundsteuerreform Steuern Eigentümer
ImmobilienRechner24 Redaktion
ImmobilienRechner24 Redaktion Geprüft
Veröffentlicht: 12. Aug. 2026

Dieser Artikel wurde von der ImmobilienRechner24-Redaktion verfasst und auf fachliche Richtigkeit geprüft. Alle Rechner und Formeln basieren auf aktuellen gesetzlichen Grundlagen (Stand 2026).

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