Grunderwerbsteuer sparen: 5 legale Wege für Immobilienkäufer
Warum ist die Grunderwerbsteuer so hoch?

Zwischen 3,5 % (Bayern, Sachsen) und 6,5 % (NRW, Schleswig-Holstein, Brandenburg) beträgt die Grunderwerbsteuer — bei einem 400.000 € Haus also 14.000–26.000 €. Ein echter Posten, den man mit cleverer Planung reduzieren kann.
Methode 1: Inventar und bewegliche Güter separat kaufen
- AfA konsequent nutzen: Die jährliche Abschreibung (2 % bei Gebäuden ab 1925) mindert direkt Ihr zu versteuerndes Einkommen. Bei Neubauten ab 2023 sogar 3 % pro Jahr.
- Werbungskosten vollständig absetzen: Zinsen, Verwaltungskosten, Reparaturen, Fahrtkosten zur Immobilie und anteilige Steuerberatungskosten sind als Werbungskosten absetzbar.

Die Grunderwerbsteuer fällt nur auf den Grundstückskaufpreis an, nicht auf bewegliche Gegenstände. Was separat im Kaufvertrag ausgewiesen wird, ist GrESt-frei:
- Einbauküche (oft 5.000–15.000 €)
- Außensauna, Gartenhaus
- Markisen, Jalousien (wenn nicht fest verbaut)
Beispiel: Einbauküche 10.000 € separat ausgewiesen → Steuervorteil bei 5 % GrESt: 500 €
Achtung: Finanzamt prüft kritisch. Wert muss realistisch sein (Kaufnachweis), sonst droht Steuernachzahlung.
Methode 2: Share Deal (für große Investments)
Beim Share Deal kauft man nicht die Immobilie direkt, sondern Gesellschaftsanteile an einer GmbH/KG, der die Immobilie gehört. GrESt fällt nicht an (bis 89,9 % Anteilsübernahme). Nur relevant ab ~500.000 € Investitionsvolumen.
Methode 3: Schenkung oder Erbschaft nutzen
Immobilien, die innerhalb der Familie übertragen werden, sind grunderwerbsteuerfrei (§ 3 GrEStG):
- Übertragung auf Ehepartner
- Übertragung auf Kinder
- Erbschaft
Schenkungssteuer kann trotzdem anfallen — aber Freibeträge (Ehepartner 500.000 €, Kind 400.000 €) sind häufig ausreichend.
Methode 4: Erstmaliger Hauskauf — förderberechtigte Länder
Bayern und Sachsen erheben nur 3,5 % GrESt — bei gezielter Wohnortplanung ein echter Vorteil. Andere Länder haben vereinzelt Freibeträge für Erstkäufer diskutiert, aber noch nicht eingeführt.
Methode 5: Bauen statt kaufen
Kaufst du nur das Grundstück und baust separat, fällt GrESt nur auf den Grundstückspreis an — nicht auf die Baukosten. Das spart erheblich:
| Variante | GrESt-Basis | GrESt (5 %) |
|---|---|---|
| Schlüsselfertig kaufen (Haus + Grund) | 400.000 € | 20.000 € |
| Grundstück kaufen + selbst bauen | 120.000 € (Grundstück) | 6.000 € |
| Ersparnis | — | 14.000 € |
Voraussetzung: Bauvertrag und Grundstückskaufvertrag sind zeitlich getrennt und vertraglich unabhängig.
Was definitiv nicht geht (Risiken vermeiden)
- Kaufpreis im Vertrag künstlich drücken (Steuerhinterziehung)
- Finanzamt täuschen über bewegliche Güter
- Share Deal ohne steuerliche Beratung eingehen

Grunderwerbsteuer legal sparen — alle Methoden im Überblick
Die Grunderwerbsteuer ist gesetzlich festgelegt und kann nicht verhandelt werden. Aber es gibt legale Wege, die Bemessungsgrundlage zu senken. Diese Methoden sind vom Bundesfinanzhof anerkannt — solange sie nicht missbräuchlich gestaltet werden.
| Methode | Ersparnis | Risiko | Für wen |
|---|---|---|---|
| Inventar separat ausweisen | GrESt auf Inventarwert (5k–20k €) = 175–1.300 € | Gering (plausible Werte) | Alle Käufer |
| Familienprivileg (§ 3 GrEStG) | 100 % GrESt-Frei | Keines | Eltern→Kind, Ehepartner |
| Erbbaurecht statt Kauf | GrESt nur auf Erbbauzins × Vervielfältiger | Komplex | Langfrist-Nutzer |
| Share Deal (Gesellschaftsanteil) | Potenziell 100 % frei (< 90 %) | Hoch (§ 1 Abs. 3 GrEStG) | NUR Profi-Investoren |
| Bundesland wählen | 3,5 % statt 6,5 % = 15.000 € bei 500k | Keines | Nur bei flexibler Lage |
Inventar-Klausel: So machen Sie es richtig
Zulässig: Einbauküche (4.000–12.000 €), Einbauschrank (1.500–4.000 €), Außenmarkise (800–2.500 €), Gartenmöbel (500–2.000 €), Sauna (3.000–8.000 €). Unzulässig: Festeinbauten die zur Bausubstanz gehören (Heizung, Fenster, Böden). Wichtig: Werte müssen marktüblich und prüfbar sein — Fotos und Belege bereithalten.
Käufer und Verkäufer müssen sich einig sein. Für den Verkäufer: Der Inventarpreis ist privat steuerneutral, erhöht aber nicht den steuerfreien Veräußerungserlös. Win-Win bei selbstgenutzten Immobilien.
Häufige Fragen
Ja, wenn der Preis marktüblich ist und die Gegenstände wirklich beweglich sind. Das Finanzamt prüft das genau.
Nein, Erbschaften und Schenkungen an direkte Angehörige sind grunderwerbsteuerfrei.
Ja, Mieteinnahmen sind Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Werbungskosten (Zinsen, AfA, Kosten) können gegengerechnet werden.
Ja, Verluste aus Vermietung und Verpachtung werden mit anderen Einkunftsarten verrechnet (Verlustausgleich). Das ist besonders in den ersten Jahren mit hohen Finanzierungskosten steuerlich vorteilhaft.